Mythen-Check - True oder False! Wir nehmen 8 Mythen der Hundeernährung unter die Lupe.

Hundeernährung - hier spalten sich die Meinungen aller Hundebesitzer wahrscheinlich am meisten. Hunde brauchen keine Kohlenhydrate! Hunde benötigen sehr große Mengen Fleisch! Und auf der anderen Seite hört man: Man kann Hunde auch vegetarisch ernähren! Als wäre Hundeernährung für sich nicht schon ein ausreichend kompliziertes Thema, die immer wieder aufkommenden Mythen, machen es frischgebackenen Hundeeltern nicht leicht das optimale Futter für ihren Vierbeiner zu finden. In diesem Beitrag nehmen wir die 8 am weit verbreitetsten Mythen unter die Lupe und kläre euch auf!

Barfen ist am teuersten! - Falsch

Es ist nicht möglich, die Kosten für das Barfen zu verallgemeinern, da die Futtermenge nach Alter, Größe und Aktivität des Hundes stark variiert. Schließlich frisst eine 65kg Dogge mehr als ein Dackel. Ja, barfen ist teurer als das meiste Trockenfutter aus dem Discounter. Vergleicht man aber die Preise von hochwertigen Nassfutter, mit den Preisen der Lebensmittel die zum Barfen benötigt werden, kommt man so ziemlich beim gleichen Ergebnis raus.

Trockenfutter ist gut gegen Zahnstein! - Falsch

Wahrscheinlich DIE Marketingstrategie der Trockenfutter-Industrie. Es steht auf etlichen Verpackungen und die Werbung sagt es auch. Das harte Trockenfutter soll die Zähne beim kauen von Ablagerungen befreien und so Zahnstein vorbeugen. Klingt zu schön um wahr zu sein - ist leider genau der Fall. Mal abgesehen davon, dass das Futter beim Kauen viel zu schnell zerbröselt, als dass es diesen Effekt haben könnte, schlucken Hunde die Kroketten oft auch ganz herunter.

Hunde benötigen sehr große Mengen Fleisch! - Falsch

Fleisch spielt als Proteinlieferant zwar eine wichtige Rolle in der Hundeernährung, sollte aber nicht ausschließlich und auch nicht im Übermaß gefüttert werden. Es kommt auch bei Hunden auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung an. Denn ein sehr hoher Fleischanteil steht meistens auch für einen sehr hohen Proteingehalt, welcher auf Dauer die Leber und den Nieren schaden kann.

Hunde sollten nach dem Essen ruhen! - Richtig

Damit die Verdauung deines Vierbeiners optimal funktioniert, sollte er nach dem Fressen eine 1-2 stündige Ruhepause einlegen. Der Grund dafür ist das vegetative Nervensystem, bestehend aus Sympathikus und Parasympathikus. Das sympathische Nervensystem reagiert auf Stress, hohe Aktivität und Anstrengung und bewirkt eine Leistungssteigerung des gesamten Körpers. Parallel hemmt es Vorgänge, die für die Aktivität nicht gebraucht werden, wie zum Beispiel die Verdauung. Das parasympathische Nervensystem bewirkt das Gegenteil. Er regt hauptsächlich Körpervorgänge an, die der Entspannung und Regeneration dienen. Außerdem kurbelt es den Verdauungsprozess an, sowie multiple Stoffwechselvorgänge. Ein weiterer Grund, warum dein Vierbeiner sich nach dem Fressen erstmal ausruhen sollte, ist die Gefahr einer Magendrehung. Gerade bei großen Rassen ist eine genetische Veranlagung gegeben, die dieses Risiko erhöht.

Ausgewachsene Hunde brauchen nur 1x täglich Futter! - Falsch

Da Hunde einen Sackmagen haben, können sie zwar tatsächlich sehr große Mengen an Futter auf einmal fressen und speichern ohne dabei ein Sättigungsgefühl zu verspüren, sind aber seit Ewigkeiten an das regelmäßige Füttern gewöhnt. Wird jetzt einmalig eine doppelte Portion verfüttert, kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Außerdem können große Mengen auf einmal die Gefahr einer Magendrehung erhöhen, insbesondere wenn der Hund nach dem Essen aktiv ist. Ausgewachsene Hunde sollten 2x täglich gefüttert werden, Junghunde 3x täglich und Welpen bis zu 6x täglich. Verschiedene Fütterungsarten dürfen nicht gemischt werden! - Falsch Hinter dieser Behauptung steckt der Fakt, dass verschiedene Futtersorten bzw. unterschiedlich verarbeitete Futterkomponenten auch verschiedene Verdauungszeiten haben. Es ist richtig, das der Verarbeitungsprozess Einfluss auf die Verdauungszeit hat, allerdings haben zum Beispiel auch tierische Komponenten andere Verdauungszeiten als Pflanzliche. Das unterschiedliche Komponenten einer Mahlzeit zu unterschiedlichen Zeiten verdaut werden, hat aber keinerlei Einfluss auf einen gesunden Verdauungstrakt.

Hunde brauchen keine Kohlenhydrate! - Falsch

Grundsätzlich sind Kohlenhydrate zwar weder für Mensch noch für Tier ein lebensnotwendiger Nährstoff, aber sie sind Energielieferant Nummer eins. Sie unterstützen die Arbeit des Gehirns und sind für den Gesundheits-Erhalt des Nerven- und Muskelsystems verantwortlich. Wichtig ist hier die Qualität und die verabreichte Menge. Bevorzugt werden sollten komplexe Kohlenhydrate ,wie aus Kartoffeln oder Reis. Das ändert jedoch nichts daran, dass übermäßiger Verzehr von Kohlenhydraten dick macht - ganz egal ob beim Menschen oder beim Hund.

Man kann einen Hund auch vegetarisch ernähren! - Richtig

Tatsächlich ist es möglich einen Hund vegetarisch zu ernähren, es gibt sogar Erkrankungen und Allergien, die das unumgänglich machen. Bei einer vegetarischen Ernährung, sollte der Fokus darauf liegen dem Hund ausreichend pflanzliche Proteine zukommen zu lassen. Dennoch sollte man seinen Vierbeiner nicht grundlos zum Vegetarier umerziehen, da pflanzliche Proteine für Hunde schwerer zu verdauen sind als Proteine tierischen Ursprungs.

Wie füttert ihr euren Vierbeiner? Und welchem Mythos seid ihr schon auf den Leim gegangen? Wir hoffen wir konnten einige eurer Fragen beantworten und wenn nicht, schreibt sie uns gerne in die Kommentare!