Hundesprache - Wie kommunizieren Hunde?

Australian Shepherd Hundesprache

„Hunde die bellen beißen nicht“ heißt es. Das Sprichwort hat bestimmt jeder Hundebesitzer schon mal gehört. Genauso wie „Der Hund wedelt mit dem Schwanz, der freut sich“. Doch leider sind diese Mythen, der Grund für schon so einige „Beißattacken“ gewesen. Die Fehleinschätzungen über den Gemütszustand eines fremden oder auch des eigenen Hund, können unangenehme Folgen haben. Und da in deutschen Haushalten aktuell ca. 10,1 Millionen Hunde als vierbeinige Mitbewohner (1), sind Kommunikationsprobleme zwischen Mensch und Hund, aber auch zwischen Hund und Hund vorprogrammiert. Um Kommunikationsprobleme zu lösen und Fehleinschätzungen in Zukunft zu vermeiden, wollen wir euch hier etwas besser mit der Hundesprache vertraut machen.

Ohrenstellung des Hundes

Unsere Vierbeiner haben ein ausgezeichnetes Gehör und nehmen selbst sehr leise Geräusche in der Umgebung wahr. Gleichzeitig dienen ihnen ihre Ohren aber auch als Kommunikationsmittel. Sind sie angelegt oder nach hinten gedreht, ist der Hund vermutliche verunsichert, misstrauisch oder unterwirft sich. Sind die Ohren hingegen aufrecht und nach vorne gerichtet, ist dein Hund gerade aufmerksam. Sind die Ohren stark nach vorne gerichtet, kann das für eine aggressive bzw. offensive Stimmung stehen.

Veränderung der Körpergröße

Auch das Verändern der Körpergröße wird als Kommunikationsmittel genutzt und kann dementsprechend gedeutet werden. Das Ducken eines Hundes und somit das Verlagern des Körperschwerpunktes nach unten und hinten, z.B gilt als universelles Zeichen dafür, dass er nicht berührt werden möchte, ängstlich oder verunsichert ist oder sich unterwirft. Verlagert er seinen Körperschwerpunkt hingegen nach oben und vorne und macht sich somit größer, ist das ein Zeichen für Aggressivität und Dominanz und sollte vorsichtig beobachtet werden.

Veränderung der Kopfhaltung

Die Richtung in die der Hund blickt kann auch gedeutet werden. Wenn der Hund seinen Kopf seitlich wegdreht, zeigt er damit dass er nicht aggressiv ist, vielleicht sogar eher unsicher. Richtet er seinen Kopf dagegen frontal auf einen anderen Hund, symbolisiert er damit Macht und dass er keine Angst hat.

Der Schwanz

Besonders die Rutenstellung der Hunde wird oft fehlinterpretiert. Denn wie oben schon angedeutet, ist nicht jeder Hund der mit dem Schwanz wedelt, auch automatisch glücklich. Im Gegenteil, ein wedelnder Schwanz kann auch Aggressivität oder Ängstlichkeit bedeuten, denn ein wedelnder Schwanz ist lediglich ein Zeichen für Aufregung. Bei einem wedelnden Schwanz sollte man also immer auf den gesamten Hund und sein Auftreten achten. Das Senken des Schwanzes oder das Einklemmen des Schwanzes zwischen den Beinen ist hingegen ein relativ eindeutiges Signal. Es ist Ausdruck eines negativen Grundgefühls wie Angst oder Unsicherheit.

Knurren

Das Knurren unseres Vierbeiners ist immer ein ernstzunehmendes Signal und sollte genau beobachtet werden. Wichtig ist außerdem nicht prinzipiell zu schimpfen sobald dein Hund knurrt, sondern zu hinterfragen was der Auslöser des Knurrens war und was dein Vierbeiner damit zum Ausdruck bringen wollte. Denn Knurren ist nicht immer, wie häufig vermutet, ein Zeichen für Aggressivität. Der Hund verleiht damit lediglich seinem Unwohlsein Ausdruck und es bedeutet nichts anderes als „Stop! Ich mag das nicht“.

Bellen

Das Sprichwort: „Hunde die Bellen, beißen nicht“, ist leider nicht zutreffend, genauso wenig ist aber jeder Hund der bellt aggressiv. Fakt ist, jeder Hund bellt, (bis auf die Rasse Basenji, sie ist weltweit die einzige Hunderasse die nicht bellen kann, sie jodeln! Folgt uns auf Instagram für regelmäßige Hundefakten in unserem Format WW Wiki) doch kann man wenn man seinen Hund kennt, zwischen einem freudigen Bellen und einem aggressiven Bellen unterscheiden. Ein Hund, der aggressiv gestimmt ist, bellt tiefer als ein Hund der sich freut. Der kranke Hund Ein kranker Hund wirkt allgemein bedrückt und erschöpft. Sein Körper ist meistens angespannt und hat die Ohren nach hinten geklappt. Der Schwanz ist gesenkt oder zwischen den Beinen eingeklemmt. Unter Umständen atmet er auch schneller und vermeidet Bewegung.

Der aggressive Hund

Ein aggressiver Hund, verlagert seinen Körperschwerpunkt nach oben und vorne. Der gesamte Körper ist angespannt und er macht sich so groß und breit wie möglich. Der Schwanz ist steif ausgestreckt und nur die Spitze wackelt schnell. Außerdem kann sich das Fell am Nacken oder am Schwanzansatz aufstellen, was als eindeutiges Signal gedeutet werden kann.

Der ängstliche/unsichere Hund

Ob dein Hund ängstlich ist, erkennst du vor allem an seiner Körperposition. Verlegt er seinen Körperschwerpunkt nach hinten und unten, legt die Ohren an, klemmt seinen Schwanz zwischen die Beine und meidet Blickkontakt, hat er Angst. Ist diese besonders stark, kann es auch zu vergrößerten Pupillen und Zittern kommen.

Der entspannte Hund

Ein entspannter Hund, kann sowohl stehen, sitzen oder liegen. Der Schwanz hängt locker herunter, der Blick ist ruhig und es sind keine Zähne sichtbar. Man sieht ihm seinen entspannten Gemütszustand eindeutig an.

Der glückliche Hund

Ein glücklicher Hund ist meistens in Bewegung. Er rennt rum und und wedelt freudig und wild mit dem Schwanz. Die gesamte Körpersprache ist ausgelassen.

Fazit: Communication is key!

Viele Signale deines Hundes mögen für dich aktuell noch gleich aussehen. Es ist wichtig den gesamten Körper deines Hundes zu beobachten, von den Ohren bis zur Schwanzspitze und mit etwas Geduld, wirst du immer besser darin werden den Gemütszustand deines Hundes zu erkennen und richtig darauf zu reagieren.

Wie ist das bei euch? Erkennt ihr direkt in was für einer Stimmung euer Vierbeiner gerade ist? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare, wir sind gespannt!

 

 

Quellen: (1) Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.; Industrieverband Heimtierverband e.V.: Der deutsche Heimtierbedarfsmarkt (2019) - Online unter: https://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Marktdaten/2019_Deutscher_Heimtiermarkt_und_Heimtierpopulation.pdf

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