FAQ: COVID-19 und mein Hund - Was stimmt denn nun?

Vizsla mit Frau und Hundehalsband

Von Louisa Knoll

Seit nun schon mehreren Wochen beeinflusst das neuartige Coronavirus COVID-19 unser Leben und dominiert die Medien. Über TV und Radio erreichen uns täglich neue Nachrichten und Zahlen: Die Kanzlerin teilt uns Verhaltensregeln mit und der Charité Virologe Professor Drosten bringt uns auf den neusten wissenschaftlichen Stand. Leider finden auch viele Falsch-Informationen den Weg in die Medien und werden im Netz verbreitet – mit fatalen Folgen. Eines dieser Missverständnisse betrifft unseren liebsten Vierbeiner und geht auf einen Bericht zurück, demzufolge ein Hund in China mit dem COVID-19-Virus infiziert wurde. Das Gerücht, dass sich das Virus auf unsere Haustiere übertragen kann, diese erkranken und folglich Menschen in unmittelbarer Umgebung infiziert werden können, hält sich wacker. In den Köpfen vieler Hundebesitzer und Tierliebhaber hat sich seither ein großes Fragezeichen eingenistet, und aus der William Walker Community haben uns ebenfalls einige wichtige Fragen erreicht. In unserem FAQ: “COVID-19 und mein Hund“ wollen wir diese wissenschaftlich-fundiert beantworten, ordnen und so etwas Klarheit in diese Herzensangelegenheit bringen. 

Stimmt es, dass es in China einen mit COVID-19 infizierten Hund gab?

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, kurz WHO) und auch die Abteilung für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz der Regierung von Hongkong (Kurz AFCD) bestätigten, dass im Februar in Hong-Kong ein 17-jähriger Zwergspitz positiv auf das COVID-19-Virus getestet wurde. Der AFCD zufolge seien die Testergebnisse jedoch nur schwach-positiv gewesen und der Hund habe keinerlei Symptome gezeigt. Der Hund war nach 14 Tagen Quarantäne und mehrfach negativ ausgefallenen Tests wieder nach Hause geschickt worden.

Es gab in China inzwischen auch einen zweiten Fall, bei dem COVID-19 beim Hund nachgewiesen wurde. Die AFCD bestätigte:  Nachdem ein Mann positiv auf das Virus getestet wurde, wurden auch seine zwei Hunde unter Quarantäne gestellt. Während der eine Hund, ein deutscher Schäferhund, mehrfach positiv auf das COVID-19-Virus getestet wurde, konnten bei dem anderen Mischlings-Hund keinerlei Viren festgestellt werden.  Der Hundehalter und seine Hunde befinden sich seit dem 18. März 2020 in Quarantäne. Der positiv-getestete Schäferhund zeigt ebenfalls keinerlei Symptome. 

War bei dem infizierten Hund auch das Herrchen/Frauchen mit Corona infiziert?

In beiden Fällen waren laut der AFCD zuvor die Hundehalter positiv auf das Virus getestet und anschließend behandelt worden. Folglich gibt es nach aktuellem Stand also nur diese zwei schwach-positiven COVID-19-Nachweise als Grundlage für die Annahme, dass das Virus vom infizierten Besitzer auf den Hund übertragen werden kann – nicht andersherum. Das Frauchen des Zwergspitzes ist genesen und wieder zuhause. Der Zustand des Schäferhund-Besitzers ist unbekannt. 

Könnten die Proben auch durch das infizierte Herrchen/Frauchen beeinflusst worden sein?

Die AFCD bestätigte, dass es sich bei den positiven Proben um Abstriche im oralen und nasalen Bereich des Hundes handelte. Der Bluttest, der später bei dem Zwergspitz durchgeführt wurde, war negativ. Es kann also durchaus sein, dass die Proben durch den Kontakt zwischen Herrchen/Frauchen und Hund verfälscht wurden. Zum Beispiel könnten die Viren durch enges Kuscheln oder Küssen an die Schnauze des Vierbeiners geraten oder auch durch Verfütterung von Essenresten ins Maul des Hundes transportiert worden sein. 

 Was wurde aus dem infizierten Hund?

Der Zwergspitz war nach 14 Tagen Quarantäne und mehrfach negativ ausgefallenen Tests wieder nach Hause geschickt worden. Die South China Morning Post berichtete nun, dass der Hund einige Tage nach seiner Rückkehr verstarb. Der Tod eines geliebten Vierbeiners ist zuerst einmal eine schockierende und extrem beunruhigende Nachricht. Doch in diesem Fall ist es wichtig, dass wir uns die Hintergründe und Details genauer anschauen. 

Der Zwergspitz, bei dem COVID-19 nachgewiesen wurde, war laut AFCD bereits 17 Jahre alt. Die Lebenserwartung bei dieser Hunderasse liegt zwischen 14 und 16 Jahren. Es ist also wahrscheinlich, dass der Zwergspitz einfach das Ende seines Lebens erreicht hatte und an ganz normaler Altersschwäche verstarb. Vielleicht hatte der enorme Stress der Quarantänemaßnahmen Einfluss auf seinen Tod, doch der Hund hat bis zuletzt keine Symptome gezeigt und wurde kurz vor seinem Ableben negativ auf COVID-19 getestet. Weitere Laboruntersuchungen gab es in diesem Fall nicht. Laut der South China Morning Post hatte die Hundehalterin des infizierten Zwergspitzes eine Autopsie ihres Hundes untersagt. Es gibt also in diesem Fall keinerlei wissenschaftliche Beweise dafür oder dagegen, dass das COVID-19-Virus etwas mit dem Tod des Zwergspitzes zutun hat. 

Über den zweiten positiv-getesteten Hund gibt es aktuell keine weiteren Informationen. Die AFCD bestätigte jedoch, dass der Schäferhund weiterhin keine Symptome zeige und weitere Tests durchgeführt werden. 

 Kann ich mich bei meinem Hund anstecken?

Laut der Weltgesundheitsorganisation gibt es keinen Beleg dafür, dass Hunde, Katzen oder andere Haustiere COVID-19 übertragen können. Ein Sprecher der AFCD gab Entwarnung und erklärte: „Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass Heimtiere eine COVID-19-Quelle für Menschen sein können oder dass dieses Virus die Gesundheit bei Hunden gefährden kann. Tierhalter sollten immer gute Hygienepraktiken einhalten und unter keinen Umständen ihre Haustiere aussetzen und im Stich lassen“

 Muss ich nun auf besondere Hygiene in Bezug auf meinen Hund achten?

Die Gesundheit des Hundes ist nach aktuellen Erkenntnissen nicht durch das COVID-19-Virus gefährdet. Es ist nicht sicher, ob die positiv-getesteten Hunde wirklich von dem neuartigen Virus infiziert waren oder Viren durch ihre Besitzer in die Proben gerieten. Es wurden keine weiteren Hygienemaßnahmen für die Hundehaltung vorgegeben. Desinfektionsmittel reizen die Schleimhäute unserer Fellnasen extrem, und es sollte direkter Kontakt vermieden werden. Durch übertriebenes Waschen des Hundes schaden wir unserem Vierbeiner eher, als ihm zu helfen. 

Zweibeiner hingegen sollten jetzt verstärkt auf die eigene Hygiene achten, um die Ausbreitung des Virus unter den Menschen zu vermeiden. Dazu zählt unter anderem häufiges und korrektes Händewaschen, sowie das Reinigen und Desinfizieren von Oberflächen oder Geräten, die häufig benutzt werden, wie z.B. das Smartphone. Es wird laut WHO angenommen, dass COVID-19-Viren auf Oberflächen ebenso lange verweilen können, wie andere Corona-Viren. Dabei kann es sich je nach Oberfläche um ein paar Stunden bis mehrere Tage handeln. 

 

Unser Tipp: Es kann sinnvoll sein, das Hundehalsband des Vierbeiners ab und an zu waschen. Vor allem, wenn er beim Spazierengehen oder von den Nachbarn im Hausflur gestreichelt wurde. Denn auch das Hundehalsband ist eine Oberfläche von der die Viren zwischen den Menschen weitergegeben werden könnten. Unsere William Walker Paracord Hundehalsbänder und Hundeleinen lassen sich übrigens wunderbar waschen und können so nicht nur optisch immer wieder aufs Neue überzeugen, sondern punkten auch im Thema Hygiene. 

 Wo kann ich mich am besten und sichersten über die neuesten Ereignisse zu diesem Thema informieren?

Gerade jetzt ist es für uns alle sehr wichtig, nur vertrauenswürdigen Quellen Glauben zu schenken. Die erste sichere Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Virus COVID-19 (Sars-CoV-2-Infektion) sollte deshalb immer die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, kurz WHO) sein. Die WHO hat hier die wichtigsten Fragen zusammengefasst und beantwortet. Seriöse Zeitungen und Nachrichtenportale nehmen Bezug zur WHO oder den zuständigen Regierungsbehörden direkt vor Ort und verarbeiten diese Informationen für ihre Leser. Genauere Informationen über die infizierten Hunde im Süden von China bietet die AFCD - Hier kommt ihr direkt zu den neuesten Pressemitteilungen und Artikeln. 

Wir hoffen, dass unsere Antworten ein paar Fragezeichen auflösen konnten und sich die Sorgenfalten einiger Frauchen und Herrchen etwas geglättet haben. Wenn ihr weitere Fragen oder Anmerkungen rund ums Thema “COVID-19 und mein Hund“ habt, lasst uns gerne einen Kommentar da. Haltet Abstand beim Gassi gehen mit eurem Hund und vor allem bleibt gesund. #stayhome #staysafe #wwcrew

 

2 Kommentare

Tolle Infos! Danke euch!
Lili 30 April 2020

Danke, das war hilfreich! Weiter so.

Mimi 14 April 2020

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