Pfotenpflege beim Hund im Winter - darauf solltest du unbedingt achten!

Dog paw care in Winter for healthy dog paws

Eine gute Pfotenpflege im Winter ist das A und O für die Gesundheit deines Vierbeiners, doch wird diese leider oftmals von Besitzern unterschätzt. Schnee und glatte Straßen mit Streusalz, Splitt und Co. strapazieren die Hundepfötchen enorm. Die Beanspruchung für Hundepfoten im Winter ist groß, aufgeraute und harte Ballen sind ein Risiko für Entzündungen und Schmerzen. Denn wo der Mensch dicke Stiefel trägt, kann der Hund nur auf die Fürsorge seines Herrchens vertrauen. Wie du den Winterspaziergang für deinen Hund am angenehmsten gestaltest, erfährst du in hier. 

Tipps zur Pfotenpflege im Winter - Achtung vor Streusalz und Co.

1. Vorbeugen: Pfotenfell des Hundes schneiden

Toben, Laufen, Graben – das macht dem Vierbeiner im Schnee besonders viel Spaß. Doch entspannte Winterausflüge haben auch ihre Schattenseiten: Durch die Bewegung deines Lieblings im Schnee entwickeln sich Eiskristalle, welche jedoch aufgrund des dichten Felles nicht mehr abfallen können und zu unangenehmen Eisklumpen festfrieren. Gerade Hunde mit dichtem Bauch- und Pfotenhaar sind davon betroffen. In der Folge verursachen diese Eisklumpen beim Auftreten natürlich große Schmerzen. Wenn dein Hund sich also plötzlich hinlegt und versucht sich die Schneeklötze selber rauszubeißen, könnte es sein, dass er Schmerzen hat. Dem kannst du vorbeugen, indem du vor dem Spaziergang die längeren Haare zwischen den Zehen und um den Ballen herum vorsichtig wegschneidest. So kann sich der Schnee nicht so schnell festsetzen und dein Hund kann unbeschwert toben. 

Kontrolliere während des Spaziergang immer mal wieder die Pfoten deines Hundes. Findest du dennoch festgefrorene Eisklumpen solltest du diese nicht gewaltsam herausziehen, sondern kurz die Hand drauflegen, um sie wegzuschmelzen. 

2. Schützen: Pfotenmassage mit Pfotenbalsam für den Hund

Schnee und Eis, besonders Streusalz und –Splitt sind eine Herausforderung für die empfindlichen Ballen deines Vierbeiners. Um vor Entzündungen und Schmerzen zu schützen, solltest du die Ballen eincremen. Am besten eignet sich dafür ein spezieller Pfotenbalsam. Das Eincremen vor einem Spaziergang schützt deinen Hund vor Eis und Schnee. Die Salbe macht die Ballen weicher und belastbarer. Außerdem können sich so Salz, Splitt und Sand sowie Schnee und Eis schlechter zwischen den Zehen festsetzen. Nach dem Spaziergang solltest du die Pfoten erst einmal mit lauwarmem Wasser abwaschen und die Streureste und das Eis entfernen. Achte darauf, dass das Wasser wirklich nur lauwarm ist. Danach kannst du deinen Liebling mit einer angenehmen Pfotenmassage verwöhnen. Die Salbe beruhigt die beanspruchten Ballen, pflegt und versorgt sie mit Feuchtigkeit.

3. Hundeschuhe für besonders empfindliche Pfötchen

Um die Unannehmlichkeiten für deinen Hund von vornherein zu verringern, können auch Hundeschuhe eine gute Alternative sein. Allerdings ist nicht jeder Hund ein Freund von Fremdkörpern an seinen Pfoten, deshalb solltest du vorher ausprobieren, ob dein Liebling mit Hundeschuhen zurechtkommt. Ganz einfach geht das, indem du ihm Kindersöckchen anziehst und ihn zuhause damit herumlaufen lässt. Zieht er die Söckchen mit den Zähnen direkt wieder ab, würde er auch vermutlich die Hundeschuhe nicht akzeptieren – hat er allerdings keine Probleme damit, könnten Hundeschuhe eine gute Wahl sein.

4. Nachsorge: Hausmittel zur Pflege und Reinigung der Hundepfoten

Nach dem Spaziergang sollte man die Pfoten mit lauwarmem Wasser säubern. So lässt sich Streusalz und Eis gut entfernen. Auch die Zwischenräume der Ballen kontrollieren. Hier versteckt sich gern ein Fremdkörper, der zu schmerzhaften Entzündungen führen kann. Bei Reizungen hilft ein Pfotenbad mit Kamille. Verzichte auf Shampoo oder andere ätzende Waschutensilien für Hunde. Verlasse dich auf die Kraft der Natur und wähle einen Pfotenbalsam mit 100 % natürlichen Inhaltsstoffen. Die natürliche Fettschicht der Haut wird durch den Einsatz von Shampoo zerstört. So fehlt dem Hund der natürliche Kälteschutz. Lieber greift man zum Handtuch und rubbelt den Hund ordentlich trocken. Auch Bürsten ist im Winter wichtig, zur Entfernung der alten Unterwolle. Diese abgestorbenen Haare wärmen den Körper nicht mehr und versperren neuem Fell den nötigen Raum zum Wachsen. 

Anatomie der Hundepfote

Hundepfoten sorgen dafür, dass der Hund immer gut zu Fuß ist. Von der Anatomie her ähneln sie unseren Händen und Füßen und sind ebenso komplex strukturiert. Sie bestehen aus Handwurzel, Mittelhand und fünf Fingern mit jeweils drei Gliedern. Der Unterschied zu uns Menschen liegt in der Fortbewegungsweise. Während wir auf unseren Fußsohlen laufen, sind Hunde sogenannte Zehengänger. Das bedeutet: Sie laufen lediglich auf den Zehen, was ihnen eine enorme Wendigkeit ermöglicht.

Den größten Teil der Pfote bilden die dick verhornten Pfotenballen, die die Pfoten vor rauen Untergründen, Fremdkörpern und Witterungseinflüssen schützen. In der Ballenhaut befindet sich neben Rezeptoren für Temperaturen und Vibrationen auch ein Großteil der Schweißdrüsen des Hundes. Diese Drüsen produzieren nicht nur Schweiß, sondern auch ein spezielles Sekret, das die Pfotenoberfläche „griffig“ macht und dem Hund so eine bessere Bodenhaftung verschafft. Unter der Hornschicht und Ballenhaut befinden sich Fettpolster. Sie federn alle Bewegungen ab und schützen damit Knochen und Gelenke.

Die Hundepfote ist als Ganzes sehr beweglich. Das liegt vor allem an der Zwischenzehenhaut, die die einzelnen Pfotenballen locker miteinander verbindet. Das Laufen auf unebenen Böden ist dank dieser Verbindung kein Problem. Hierzu tragen auch die harten, aus Horn bestehenden Krallen bei. Ähnlich wie Spikes unter Sportschuhen sorgen sie für eine verbesserte Bodenhaftung. Zu guter Letzt wachsen dem Tier auch zwischen den Ballen Haare, die vor allem die empfindlichen Ballenzwischenräume schützen.

Generelles zur Pfotenpflege: Allergien erkennen und Krallen schneiden 

Ursachenforschung: Handelt es sich vielleicht um eine Allergie?

Bei der Pfotenpflege geht es weniger darum, die Pfote in festgelegten Abständen ausgiebig zu mani- und pediküren, sondern vielmehr um regelmäßige Kontrollen und Aufmerksamkeit. Hunde signalisieren meist sehr deutlich, wenn etwas mit ihren Pfoten nicht stimmt. So knabbern oder lecken sie ausgiebig an ihren Ballen herum. Ist davon nur eine Pfote betroffen, handelt es sich meist um eingetretene Fremdkörper oder eine Hautirritation. Starker Juckreiz und geschwollene Pfötchen ohne eine klare Ursache, wie z.B. Streusalz weisen deutlich auf ein chronisches Problem hin. Hierbei könnte es sich um Allergien oder auch Parasiten handeln. 

Untersuche deinen Hund auf weitere Merkmale für eine allergische Reaktion und besprich deinen Verdacht mit dem Tierarzt. 

Krallen schneiden beim Hund - so geht's richtig! 

Heutzutage bewegen sich Haushunde vor allem auf Teppich, glatten Fliesen, allenfalls auf dem Rasen im Park. Ganz anders ihre wild lebenden Vorfahren, die auch lange Zeit über rauen, steinigen Untergrund ihrer Beute nachstellen mussten. Pfoten und Krallen wurden natürlich ganz anders beansprucht. Die Pfoten schonende Lebensweise wiederum führt dazu, dass die Krallen nicht mehr zur Genüge abgenutzt werden. Sie wachsen immer weiter und im schlechten Fall berühren sie bei jedem Schritt den Boden. Die Folge: Der gesamte Bewegungsablauf verschiebt sich.

Das Gewicht beim Laufen verlagert sich von vorn nach hinten und Vorderbeine bewegen sich in einem unnatürlichen Winkel. Diese Kettenreaktion kann zu problematischen Verformungen im gesamten Bewegungsapparat führen. Darüber hinaus können zu lange Krallen auch einwachsen. Dadurch kann sich der Hund beim Laufen selbst verletzen. Manche Tiere versuchen auch, das Problem eigenständig zu beseitigen, nagen an den Krallen und reißen sich gesamte Kralle heraus. Deshalb ist es wichtig, die Krallenlänge regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu kürzen. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten. Hundekrallen bestehen wie unsere Fingernägel aus Horn. Anders als bei Menschen verlaufen in ihnen Nerven und Blutgefäße, die beim Krallenschneiden nicht verletzt werden dürfen. Bei hellen Krallen kann man ihren Verlauf gut erkennen, bei Dunkleren nicht. Man muss deshalb sehr vorsichtig vorgehen.

Zum Stutzen eignet sich bei nur ein wenig zu langen Krallen eine herkömmliche Nagelfeile. Bei größeren Vorhaben sollte man zu einer speziellen Krallenzange greifen. Sie sollte eine runde Schneidfläche besitzen und zur Größe der Hundepfote passen. Normale Knipser für menschliche Nägel gilt es zu vermeiden. Sie haben eine glatte Schnittfläche und würden die Kralle nicht schneiden, sondern quetschen.

Bei der Nutzung der Krallenzange sollte man sie waagerecht ansetzen und nur hauchfeine Scheibchen abschneiden. So kann man gut erkennen, ob noch genügend Horn zwischen Zange und Blutgefäßen liegt. Falls es dabei doch mal passiert, dass man ein Blutgefäß verletzt, nicht die Nerven verlieren. Krallenverletzungen bluten stark, was jedoch nichts über den Verletzungsgrad aussagt. In solchen Fällen sollte man die Blutung stillen und die Kralle desinfizieren. Schließt sich die Wunde schnell, sollte man die Kralle gut im Auge behalten, damit eventuell auftretende Entzündungen schnell erkannt werden. Auch hier gilt: Bei schwereren Verletzungen oder Unsicherheiten den Tierarzt aufsuchen. Bei der Gelegenheit kann er gleich demonstrieren, wie die Krallen richtig geschnitten werden.

Wie pflegt ihr die Pfoten eures Hundes im Winter? Schreibt uns eure Tipps und Tricks gerne in die Kommentare, wir freuen uns!

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