#wwtravelguide: Urlaub mit den Hunden an der Côte d’Azur – ein Reisebericht

Die französische Riviera besticht durch eine traumhafte Landschaft. Begrenzt von grüner Natur und Felsen, trifft blauer Himmel auf das azurblaue Mittelmeer. Ein Panorama, das jedes Jahr viele Touristen in die mediterrane Gegend zieht. Prominente, Maler und Künstler sind inspiriert von der französischen Lebensart, ihrer Eleganz und “Le savoir-vivre“ , der Kunst, das Leben zu genießen. Kein Wunder, dass es schon Renoir, Picasso oder Matisse an den schönen Küstenabschnitt zog. So überzeugt die Côte d’Azur heute nicht nur landschaftlich, sondern auch künstlerisch, kulturell und historisch.

Für das Journalisten-Ehepaar Susan und Peter hatte Frankreich schon immer eine ganz besondere Anziehungskraft. Beide waren schon als Austauschschüler unabhängig voneinander in vielen Landesteilen unterwegs gewesen, ihre erste gemeinsame Reise führte sie – nach Paris. Wohin denn sonst? Shoppen, bummeln und ein bisschen Kultur. Seitdem waren die beiden in jeder Ecke der Côte d’Azur, lagen in der Bretagne am Strand, schlenderten durch die Altstadt in Carcassonne und aßen Croissants mit “Cafe au lait” am Hafen in Saint-Tropez.

2019 entschieden Susan und Peter, ihre Koffer zu packen und für drei Monate in ihre Wunschheimat zu ziehen – an die Côte d’Azur. Beide waren inzwischen freiberuflich tätig, brauchten nur Notebook und Internet zum Arbeiten. Mit im Gepäck hatten sie ihre zwei großen Hunde, Chuck und Coco. Chuck, ein Großer Schweizer Sennenhund, der fast 60 Kilo auf die Wage bringt, könnte trotz seiner Masse kein besserer Reisegefährte sein. Während Coco, eine Bernhardiner-Mischlingshündin, mit knapp 50 Kilo Reisegewicht dann doch hin und wieder durch ihre etwas ängstliche Art für Herausforderung sorgte. Mit viel Liebe und Geduld, konnten die vier Reisegefährten letztlich jede Situation wunderbar meistern. Mit dem Hinweis: “Unbedingt nachmachen!“ haben wir für euch die positiven und negativen Highlights ihrer Reise zusammengefasst – lest selbst.

Die Vorbereitungen auf eine lange Reise mit dem Hund

Die Planung für das “Vive la France-Abenteuer“ begann schon im Herbst 2018 mit dem Kauf eines passenden Autos. Denn Kleidung für drei Monate und zwei große Hunde brauchen richtig viel Platz. Die Wahl fiel auf einen gebrauchten Volvo-Kombi mit ganz viel Stauraum. „Wir haben die Rücksitze umgeklappt, und einen Teppich reingelegt, so konnten sich Chucki und Coco richtig schön ausbreiten“ erklärt Peter. Nun fehlte nur noch das perfekte Haus für ihren Aufenthalt. Drei Monate - drei Kriterien. 1. Der Blick sollte keine Wünsche übrig lassen, 2. Hundefreundlich musste es sein, also am besten eingezäunt und mit einem kleinen Garten. 3. Eine gute Internet-Verbindung zum Arbeiten. Im Web auf fewo-direkt.de fanden die beiden Reiselustigen ihr Traumhaus und mieteten es sofort – Mitte März bis Mitte Juni. Vor Beginn der Hochsaison an der Côte d’Azur wollte das Ehepaar zurück in Deutschland sein. Bevor die Fahrt los ging gab es einiges zu tun: Ölwechsel und Motorcheck beim Oldtimer, sowie ein Gesundheits-Check und eine Reihe von Vorsorge-Maßnahmen für Chuck und Coco. Denn die Tierärztin warnte: Dort gibt ganz andere Parasiten als hier bei uns im Norden. Dann wurden die Koffer gepackt. „Ich habe auch ein bisschen Deko – ein paar Kerzen, Bilderrahmen, Kissen und Vasen mitgenommen, damit wir uns in dem Haus auch richtig heimisch fühlen können. Für die Hunde mussten wir jede Menge Futter und natürlich auch vertraute Schlafmatten, Spielzeug, Näpfe und Impfpässe mitnehmen, da kommt schon einiges zusammen“, schildert Susan. Im voll beladenen Auto starteten die vier Travelbuddys ihre Reise von Hamburg, Blankenese bis an die Côte d’Azur in das Örtchen Théoule-sur-mer bei Cannes. Die süße Hündin Coco hatte die Wochen zuvor ihre Mahlzeiten im Kofferraum bekommen, da sie noch etwas ängstlich im Auto war. Mit der Fütterung im Auto und immer größer werdenden Spazierfahrten hatte sie sich ans Autofahren gewöhnt und war ideal vorbereitet für die große Reise. Für Chuck absolut lächerlich – er hätte am liebsten schon die Nacht vorher im Auto verbracht. „Wenn unsere Hunde Koffer gesehen haben, wusste sie immer schon, dass sie uns eine Weile nicht sehen und waren traurig. Als sie dieses mal mit durften, konnten sie ihr Glück kaum fassen“, erinnert sich Susan.

Die Fahrt von Hamburg an die Côte d’Azur

Am 12. März begann die aufregende Reise. Geplant waren zwei Übernachtungen für die knapp 1500 km zwischen Hamburg und Théoule-sur-Mer. Einmal südlich von Frankfurt in Gernsheim am Rhein. Für die knapp 600 km über die A7 waren mit Pausen etwa acht Stunden eingeplant, am nächsten Morgen sollte es wieder etwa 600 km weitergehen, bis Lyon in Frankreich, um dann am dritten Tag schon nachmittags an der Küste anzukommen. Die letzte Etappe sollte die Kürzeste sein, da im Süden tagsüber schon mit höheren Temperaturen zu rechnen war, und die Klimaanlage im alten Volvo hatte ihren Dienst schon vor einiger Zeit quittiert.

Alle ein bis zwei Stunden hatten Susan und Peter Gassi- und Entspannungs-Runden für die Hunde geplant. Sie haben dazu spontan die Autobahn verlassen, wenn sie ein Wäldchen am Rande entdeckten. Raststätten wurden gemieden. Mit zwei großen Hunden wäre das viel zu anstrengend gewesen, zumal der Rüde Chuck es als Chef des Rudels gar nicht mochte, wenn sich jemand – Herrchen oder auch Frauchen – entfernte. Dann war er kaum mehr zu halten.

Die Reise verlief anfangs total entspannt. Chuck und Coco schliefen die meiste Zeit ausgestreckt. Kurz vor Frankfurt dann der Schreck: Der alte Kombi wurde plötzlich richtig laut. Der Auspufftopf war vom Rohr abgerissen und schlitterte Funken sprühend über den Asphalt. Peter schaltete die Warnblinker an, fuhr vorsichtig auf den Standstreifen der Autobahn und brachte den Wagen zum Stehen. Eine Panne – und das mit zwei großen Hunden im Fond.

Zunächst ging es um die Sicherheit. Susan stieg hinter die Leitplanke und Peter öffnete die Heckklappe, löste die Sicherheitsgurte der Hunde und legte Leinen an. Dabei sprach er beruhigend auf die Fellnasen ein, denn die vorbeirasenden Autos machten einen unglaublichen Lärm. Schließlich stand Susan mit beiden angeleinten, aber nervösen Hunden hinter der Leitplanke, sodass Peter losging, um das Warndreieck aufzustellen. Doch er hatte die Rechnung ohne Chuck gemacht, denn der wollte wieder sein Rudel zusammenhalten und zog kräftig an der Leine, um hinter seinem Herrchen herzulaufen. „Das Warndreieck konnte ich also nur in sehr kurzer Entfernung nicht ganz vorschriftsmäßig aufstellen“, erinnert sich Peter zurück. Ein Blick unter den Wagen, und ihm war klar: Der Auspufftopf musste komplett ab. Zum Glück hatten die beiden ein Taschenmesser dabei und so war das Auto schnell wieder fahrbereit. Im Schneckentempo und mit einem brüllenden Auspuff ging es zur nächsten Werkstatt. Die Reparatur schuf Raum und Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang mit den Hunden. Ausgepowert und mit heilem fahrbaren Untersatz ging es weiter zur ersten Übernachtungsstation.

Im Hotel folgte dann die nächste Krise: Eigentlich hatten Susan und Peter im Internet extra nach tierfreundlichen Hotels mit einer Gassi-Möglichkeit gesucht. Das ausgewählte Hotel lag toll direkt am Rhein-Ufer, das Restaurant im Erdgeschoß war einladend. Die Gästezimmer waren jedoch nur über eine schmale Holztreppe zugänglich und einen Fahrstuhl gab es nicht. Der enge, dunkle Treppenaufstieg war für die ängstliche Hündin ein absolutes No-Go und sie weigerte sich strickt, die Treppe auch nur zu betreten. Während Chuck schon zig-mal hoch und runter gelaufen war, um sein Rudel zusammenzuhalten, blieb Coco standhaft. Gutes Zureden, Leckerlis, Schiebe- und Trageversuche missglückten – es half nichts, es musste ein neues Hotel her. Am Smartphone war zum Glück schnell Ersatz gefunden. Ein Business-Hotel ca. 30 Kilometer weiter in Seeheim. Eine helle und hohe Lobby, ein großer Fahrstuhl und ein Zimmer, in dem schon zwei Kauknochen bereitlagen – ein toller Service. „Rückblickend können wir nur jedem empfehlen, zuvor das Treppensteigen und Fahrstuhlfahren mit dem Hund zu üben, auch unter schwierigen Bedingungen wie Enge oder Dunkelheit, bevor man mit seinem Vierbeiner in den Urlaub fährt“, erklärt Peter.

Der Rest der Fahrt verlief reibungslos. Die Strapazen der letzten Tage waren schnell vergessen, als von der Autobahn A8 das strahlende Mittelmeer sichtbar wurde. Die restliche Strecke führte entlang einer malerischen Szenerie.

Endlich angekommen: Entspannungsmodus ein!

Das Haus war noch schöner als erwartet, die Sonne schien mit voller Kraft und die Franzosen hießen nicht nur Susan und Peter, sondern auch die sanften Riesen herzlich willkommen. Die Aussicht von der großen Terrasse war einfach phänomenal. „Hier hat sich unser Leben abgespielt, immer mit dem fantastischen Blick auf die Weite des Mittelmeers. Hier haben wir gearbeitet, Yoga gemacht, mit den Hunden in der Sonne gechillt und abends zu Musik von Edith Piaf, Zaz und France Gall die frische Mittelmeer-Küche und den wunderbaren Rosé aus der Gegend um St. Tropez genossen“, schwärmt das Ehepaar.

Die Hunde brauchten ein paar Tage, um sich zu akklimatisieren und das Haus als neues Heim anzuerkennen. Rudelführer Chuck schob zu Beginn mehrere Nächte Wache, weil ihm die Sicherheit der eigenen und vertrauten vier Wände fehlte. Er lief alle halbe Stunde durch das Ferienhaus, um die Unversehrtheit von Herrchen und Frauchen zu überprüfen. Den Tagen gaben die Hunde dann Struktur. Früh am Morgen machten die vier einen großen Spaziergang an einem der Strände oder auf den langen Rad- und Wanderwegen, die die ganze bergige Küste zwischen Saint Maxime und Nizza durchkreuzen. Dabei entdeckten sie immer neue schöne Orte, auf die sie nach Beginn der Strandsaison, Anfang Juni, ausweichen konnten. Denn leider dürfen Hunde in Frankreich in den Sommermonaten meist nicht an die öffentlichen Strände und Hundestrände sind an der Côte d’Azur sehr rar. Nach dem Spaziergang gab es Frühstück mit Blick auf das Meer und ein paar Stunden Arbeit, bevor die Gegend mit dem Auto oder zu Fuß erkundet wurde. Die großen Hunde erregten viel Aufsehen, weil die Franzosen hauptsächlich kleine Rassen bevorzugen. „Wir wurden ständig sehr freundlich auf die Hunde angesprochen. Jeder wollte die Namen wissen und sie einmal streicheln“, erzählt Susan. Chuck und Coco waren schnell in der ganzen Nachbarschaft bekannt.

Susan, Peter, Chuck und Coco haben ihre Zeit an der französischen Riviera sehr genossen und sind um einige schöne gemeinsame Erlebnisse reicher. „Wir planen schon unsere nächste Reise!“, verrät Peter. Wir von William Walker sind natürlich schon gespannt wohin es die vier Travelbuddys das nächste Mal verschlägt – vielleicht habt ihr Tipps und Vorschläge? Lasst uns gerne einen Kommentar da.

Von Louisa Knoll

2 Kommentare

Da war ich auch. Was für ein toller Bericht. Stimmt alles haargenau.
Julia 28 August 2020

Toll, jetzt will ich direkt zurück in den Urlaub!

Kathrin 24 August 2020

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