Können sich Hunde eigentlich verlieben?

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Aus Bräunen am Strand wird Netflix & Chill. Der Sommer geht langsam vorbei und mit ihm die Sommerromanze. Zurück bleiben Erinnerungen an heiße Tage (und Nächte) und einige gebrochene Herzen – denn meist bleibt die Urlaubsliebe eben nur eine Urlaubsliebe. Im Sommer sind wir Menschen entspannter und glücklicher und somit eher gewillt, uns unseren Gefühlen hinzugeben. Schuld daran ist tatsächliche die wärmende Sonne – sie setzt Glückshormone frei. Doch wie steht’s in Sachen Liebe eigentlich mit unseren Hunden? Können sich unsere Hunde auch verlieben und haben sie vielleicht sogar Liebeskummer? Wir verraten euch heute, wie es um das Liebesleben eure Vierbeiner steht.

Das Hormon der Liebe

Das Zauberwort heißt Oxytocin. Dieses Hormon tragen nicht nur wir Menschen in uns, sondern es wird nachweislich auch bei unseren Hunden freigesetzt. Oxytocin wird umgangssprachlich auch das Kuschel- oder Liebes-Hormon genannt und ist bei Zweibeiner wie auch Vierbeinern ein wichtiger Indikator für Verliebtheit oder ausgeprägte Zuneigung. So wird dieses Hormon zum Beispiel beim Streicheln freigesetzt – bei Mensch und Hund. Auch wenn unsere Hunde ihre Liebe nicht in Worte fassen können, zeigen sie uns ihre Zuneigung mit tiefem Blickkontakt und indem sie z.B. Gähnen, wenn wir Gähnen. Der Fall ist also klar: Hunde können für ihren Lieblingsmenschen durchaus ihre ganz eigene Art von Liebe empfinden. Doch können sich Hunde auch untereinander verlieben?

Liebeskummer trifft wohl jeden einmal

Wie bei uns Menschen, gibt es unter Hunden Sympathien, Antipathien und durchaus auch ganz außergewöhnlich tiefe Bindungen. Denn beim Kuscheln und Spielen mit Artgenossen kann ebenso Oxytocin freigesetzt werden. Schleckt dein Rüde seiner Herzensdame die Ohren, schnuppert an ihrer Nase und folgt ihr wohin sie auch gehen mag, hat dein vierbeiniger Casanova ganz eindeutig Schmetterlinge im Bauch. Trennt man das Liebespaar nach einem langen Spaziergang, kann es vorkommen, dass dein Hund noch lange an der Tür steht und weint. Ein klarer Fall von Liebeskummer. Wie auch bei uns Menschen hilft bei einem gebrochenen Herzen, ganz viel Trost und Ablenkung. Zum Glück kommen unsere Hunde meist schneller über den Herzschmerz hinweg und sind in den meisten Fällen ein paar Stunden später schon wieder ganz die Alten.

Ist dein Rüde jedoch total hinter einer läufigen Hündin her, hat das leider nicht mehr viel mit Liebe zutun. Hier siegt der Fortpflanzungstrieb. War dein Hund zuvor noch sanft und liebevoll zur Hundedame seiner Wahl, kann er nun zum aufdringlichen Macho mutieren. Schuld ist der intensive Geruch der läufigen Hündin, der den Rüden fast in den Wahnsinn treiben kann. Hier ist Vorsicht geboten, denn dem triebgesteuerten Draufgänger ist kein Wagnis zu groß, um letztlich doch noch Fortpflanzung zu betreiben. Dem betörenden Duft folgend scheint der Gartenzaun plötzlich überwindbar und das Wort von Herrchen oder Frauchen nur noch nebensächlich.

Die Geschichte einer tiefen Freundschaft

Die stärkste emotionale Bindung empfinden Hunde tatsächlich meist ihrem Besitzer gegenüber. Die Sehnsucht nach dem Lieblingsmenschen kann sogar von langer Dauer sein, wie die wahre Geschichte von Hachiko beweist. Jeden Morgen brachte der Akita-Rüde sein Herrchen zum Bahnhof und wartete dort auch am Abend voller Vorfreude auf seine Rückkehr – eines Tages leider vergeblich. Hachikos Besitzer erlitt einen plötzlichen Tod. Fast 10 Jahre lang wartete der treue Gefährte weiterhin vor dem Bahnhof auf seinen besten Freund – der jedoch nie mehr wieder kam. Ein trauriger, aber doch so wunderschöner Filmklassiker. Na? Lust auf einen Hundefilm bekommen? Schaut euch unbedingt mal unsere Top 5 Hundefilme an.

William Walker – weil dein Hund dich liebt

Romanzen a la Susi und Strolch bleiben jedoch ein Produkt der menschlichen Phantasie. Dein Hund träumt eher nicht von Dates im Mondschein. Denn natürlich können wir zwischenmenschliche Verliebtheit oder Liebe nicht mit dem gleichsetzen, was unsere Hunde empfinden. Mit Worten können sie es uns nicht erklären, aber - sie versuchen es uns zu zeigen. Und das jeden Tag mit einem wedelnden Schwanz, einem Nasenstupser oder einer morgendlichen Schlabberattacke.

Ist also auch deine Sommerromanze vorbei und die Einsamkeit der abkühlenden Jahreszeit breitet sich aus? Dann schnapp dir deinen Hund und genießt die gemeinsame Zeit - Weil dein Hund dich liebt! Und das zu jeder Jahreszeit.

 

Von Louisa Knoll

2 Kommentare

Sehr bewegender Text!

Meltem Keklikci 07 September 2020
Sooooooo schön der Artikel. Total berûhrend ❤️ Die Autorin weiß, wovon sie spricht, bzw schreibt
Susan Christiansen 07 September 2020

Hinterlasse ein Kommentar

Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.